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Die Hinnenwiese ist ein kleiner Waldgasthof und der Kaiser-Friedrich-Turm ein Aussichtsturm im Hagener Stadtwald. Dazwischen liegt eine schmale Straße, die in 1,2 km die 70m Höhenunterschied überbrückt.

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Ich weiß noch wie ich mich zu Beginn diesen Berg hinauf gequält habe, die Zeit war da völlig egal, ich war unglaublich stolz überhaupt hinauf zu kommen ohne schieben zu müssen. Irgendwann habe ich dann mal ein Strava-Segment dazu angelegt, in dem ich zu Beginn sogar ganz gut platziert war. Aber kurz danach kamen die Segment-Jäger und ich rutschte nach und nach weiter nach hinten. Trotzdem hatte ich mich fest gebissen an diesem verdammten Hügel.

Fast oben zusammenbrechend schaffte ich es Ende des Jahres 2014 endlich unter 6 Minuten zu bleiben, ein tolles Gefühl.

Für 2015 wurde in Strava das Segmentziel 4:59 hinterlegt, an einem guten Tag mit einem Jahr mehr in den Beinen sollte das doch möglich sein. War es aber leider nicht.

Ich bin den Berg sogar noch deutlich öfter angefahren als meine Versuche bei Strava belegen, aber allzu häufig dann doch nach der Hälfte in einen anderen Weg abgebogen, weil ich schon merkte, dass es nix werden würde und ich das nicht später noch schwarz auf weiß sehen wollte.

Das höchste der Gefühle blieb dann eine 5:09 aus dem Herbst, knapp dran, aber eben nicht erreicht.

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Auf der Hälfte des Weges

Ich verfluchte mich bereits selbst, ich wollte nie mit wirklichem Leistungsgedanken biken gehen, den gibt es im „normalen“ Leben bereits genug, und jetzt hatte ich mir selbst so einen Frustanker geschaffen.

Zu Beginn des neuen Jahres war es aber trotzdem wieder soweit, ich legte das Segmentziel neu an, mit Enddatum 01. August, meinem Geburtstag. Ich wollte es nochmal wissen, aber mit dem festen Vorsatz verbunden mir den Spaß nicht vermiesen zu lassen, auch wenn es wieder nichts wird.

Gestern Abend schien die Sonne, ein herrlicher Frühlingstag, aber ich war an der Reihe Sohnemann ins Bett zu bringen, war bereits am Vortag unterwegs und später gab es noch DFB-Pokal-Halbfinale, was Abenteuer im Wald nahezu ausschloss. Nachdem der Chef im Bett war, blieb allerdings noch eine Stunde Zeit bis zum Anpfiff, und damit doch noch ein kleines Zeitfenster, und das Wetter war dann doch zu verlockend.

Wie so oft kam ich an der Gaststätte Hinnenwiese vorbei, und ohne das vorher im Hinterkopf gehabt zu haben, war klar dass das Ding heute fällig wäre. Nachdem ich oben war wusste ich dass ich einigermaßen schnell war, aber nicht ob das jetzt gereicht hatte, das würde erst der Sync nach der Tour ans Licht bringen.

Wie man dem Titel dieses Posts entnehmen kann hat alles gepasst und mit 4 Minuten und 55 Sekunden war ich unter 5 Minuten geblieben. Wie glücklich und stolz einen doch so eine kleine Zahl auf irgendeinem Server in Übersee machen kann!

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Jetzt mag sich der ein oder andere fragen, was so toll daran ist, einen popeligen Hügel hoch zu fahren, in einer Zeit die viele vielleicht auf einer Arschbacke abreißen, aber es ist mein Hügel und meine Zeit um die ich hart gekämpft habe.

Ich bin jetzt fast doppelt so schnell wie bei meinen ersten Versuchen, aber um die Zeit geht es nur am Rande; Damals begann ich erst die Wege der Umgebung zu erkunden, neue Orte zu entdecken, fuhr noch das Versender-Hardtail und war fest entschlossen mich in diesem Hobby festzubeißen, auch wenn die Berge noch sehr weh taten.

Weh tun können sie noch immer, aber ich ihnen auch!

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