Vergiß Strava, bleib einfach mal stehen!

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Ein kleiner Appell einfach mal rechts ran zu fahren. Ein Aufruf mal durchzuatmen, sich umzuschauen und den Moment mitzunehmen.

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Vielleicht ist es die Biker-Version der Winterdepression die mich grade diesen Text schreiben lässt. Die Tristesse des Indoor-Trainings oder der graue Tunnel durch den man beim Nightride fährt. Unter der Woche ist aktuell fahren im Tageslicht unmöglich, das typische Winter-9to5-Dilemma: Im Dunkel zur Arbeit und bei Dunkelheit wieder heim.

Und was macht man im Sommer? Vollgas den Trail runter und mit Blick auf die Segmentzeit den Berg wieder hoch. Ok, ganz so schlimm ist es nicht, aber ich habe mich schon erwischt, dass ich minutenlang nur auf mein Vorderrad gestarrt habe, obwohl die Welt um mich herum grade deutlich sehenswerter wäre.

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Busy busy

Grade unter der Woche schießt ich da gern am Ziel vorbei. Den Tag im Büro voll im Stress um den zeitigen Feierabend nicht zu gefährden, dann schnell nach Haus und ab auf’s Rad. Die verbleibenden 2 Stunden Helligkeit wollen gut ausgenutzt sein, also ab und mitnehmen was geht. Den Kopf frei pusten, und zwar mit Druckluft.

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Viel wichtiger ist aber so oft einfach mal stehen zu bleiben und den Druck auch mal abzubauen. Die Freiheit zu genießen die man grade hat. Die Welt aufzunehmen in der man sich bewegt und die kleinen Dinge zu entdecken die der Weg bietet. Zu Beginn des Jahres, wenn die Tage länger und die Äste wieder grüner werden, gelingt mir das meist ganz gut, weil man so lange darauf warten musste. Aber im Verlauf des Sommers geht das immer ein wenig verloren.

In jeder Fichtenschonung jetzt einen auf Hare Krishna zu machen ist sicherlich übertrieben, aber einfach mal anzuhalten, auch wenn grade keine Pause ansteht, oder man mitten im Segment steckt, kann die Qualität einer Tour oft mehr verbessern als man glauben mag.

Stehen bleiben, tief durchatmen und sich bewusst machen, welch unglaubliches Glück man eigentlich hat, ist schon ne verdammt geile Nummer!

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2 Bemerkungen

  1. Flo sagt

    Heute genau so gemacht (ausnahmsweise mittags frei gehabt) und für sehr gut befunden.

    1. hendrik sagt

      Vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich bin früher eigentlich auch nur gegen innere und äußere Uhren gefahren. Aber nach mehr als 25 Jahren im Gelände läuft es bei mir oft anders. Einen Fahrradcomputer oder ähnliches habe ich lange vom Lenker verbannt und statt immer die gleichen Routen abzuspulen habe ich viel mehr Spaß neue Wege oder zumindest neue Kombinationen zu fahren.

      Gruß hendrik

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