Nachbericht Sommerrundfahrt 2016

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Sowas ist mir noch nie passiert – ich habe ein Thema und genug Futter um mikroskopische Scrollbalken zu produzieren, und dann passiert einfach nichts. Seit Wochen bastel ich an dem Tourbericht zur Sommerrundfahrt, und irgenwie wird der Post immer schlechter, hölzerner und langweiliger.

Das hier wird jetzt ein komplett neuer Versuch, der alte Post ist gelöscht, und es kann befreit losgehen. Vielleicht waren es ja auch einfach zu viele Eindrücke in meinem Kopf, von denen ich inzwischen zum Glück ein paar vergessen habe 😉

Endlich geht’s los

Pünktlich wie die Maurer
Pünktlich wie die Maurer

Alles begann mit der Angst, dass die kleine feine Veranstaltung vielleicht durchaus fein, aber deutlich zu klein wird. In den Tagen vor dem Start mussten immer mehr Zusagen zurückgezogen werden weil Knie knacken, Rücken verschrammt waren oder die Familie doch andere Pläne hatte.

Ganz so schlimm wie noch am Morgen befürchtet wurde es dann allerdings nicht, schon nach kurzer Zeit standen 6 motivierte Menschen bereit zur ersten BellCreekBiking Sommerrundfahrt. Es war eine schön gemischte Gruppe zusammen, bestehend aus alten Bekannten und neuen Gesichtern, Sportgranaten und Spaßbikern, Locals und Touristen.

Das Wetter, das in den Tagen zuvor dem Sommer 2016 noch alle Ehre gemacht hatte, spielte zum Glück auch mit und verhieß zumindest von oben eine trockene Tour. Aus der anderen Richtung, von unten nämlich, regnete es aber ausreichend Matsch und Wasser, so dass jene die Thomas & Sven wegen ihrer Schutzbleche noch belächelt hatten, bereits nach den ersten Trail-Passagen und nassen Popos den praktischen Nutzen nicht bestreiten konnten.

Let’s get dirty

Thomas auf dem Trail
Thomas auf dem Trail

Kurz nach Beginn stand bereits der erste Trail an, der uns vom Start im Breckerfelder Ortsteil Waldbauer hinunter ins Tal des Hasper Bachs führte. An dessen Ende schaute man in mitunter dreckige, aber äußerst zufriedene Gesichter – es war die richtige Entscheidung die Strecke hier nicht zu entschärfen um Matsch&Schlamm zu umgehen, wie ich am Vortag noch überlegt hatte.

Timo an der Hasper Talsperre

Wir erreichten den ersten der drei Ankerpunkte der Tour, die Hasper Talsperre, die wir an deren Südseite passierten.

Nach kurzem Fotostop auf der Staumauer, begann der erste Aufstieg des Tages. Nach etwa der Hälfte des Antiegs war plötzlich die Gruppe kleiner geworden. Christian war falsch abgebogen und hatte an einer Abzweigung den Weg zurück ins Tal genommen und damit, genau wie Timo der ihn Suchen gefahren war, die erste Steigung des Tages direkt doppelt gefahren. An meinen Fähigkeiten als Guide muss ich scheinbar noch arbeiten 😉

Kurz drauf ging es wieder hinab ins Tal. Auf einem meiner Lieblingstrails ging es entlang der Finkenberger Mühle ins Tal der Ennepe. Der Trail führt hier sehr flowig hinab ins Tal, kreuzt mehrfach Bäche und ist weder fies technisch noch langweilig.

Im Tal angelangt musste dann ein kurzer Reparatur-Zwangsstop eingelegt werden. Fahrend ging es dann trotzdem nur kurz weiter, durch zwei Gatter für Wanderer ging es über eine Kuhwiese, die Räder geschultert.

Ennepetal(sperre)

Es folgte ein Strassenpassage durch das Tal der Ennepe. Zum Glück war an diesem Sonntag-Morgen kaum Verkehr, so dass wir entspannt fahren konnten.

Schranke
Schranke

Trotzdem freute ich mich als wir nach ein paar Minuten die Strasse wieder verlassen konnten und die Tour über Wald- und Feldwege fortsetzen. Das schlechte Wetter der vergangenen Tage machte sich in dieser Passage allerdings in mehrfacher Hinsicht bemerkbar; Das Gras auf den Wegen war oft kniehoch, die Waldwege schlammig und der Weg durch unplanmäßige Hindernisse (siehe Foto)  unterbrochen, Auch die kurze, aber sehr knackige, Asphaltpassage auf diesem Tourabschnitt wird sicher dem ein oder anderen noch in Erinnerung sein.

Spaß hatten wir trotzdem, nicht dass das falsch rüberkommt. Außerdem sahen spätestens jetzt alle Bikes so aus wie Mountainbikes aussehen müssen – dreckig!

Zum Abschluss dieses Teilstücks ging es dann über eine kleine Straße in Serpentinen hoch zur Mauer der Ennepetalsperre.

Hier wurde ausgiebig Pause gemacht, Photos wurden geschossen, es wurde gegessen, gequatscht, usw. Die Fotos oben hat Timo mir netterweise zur Verfügung gestellt.

Als es wieder los ging umrundeten wir zunächst die Talsperre, auch wenn das sicher nicht jeder bemerkt hat, da man hier nicht immer so nah ans Wasser kommt und es meist nichtmal zu sehen bekommt. Am Vorstaubecken angekommen starten wir dann hinauf auf die Höhen Breckerfelds. Dank des aufklarenden Himmels gab es hier noch ein paar tolle Ausblicke zurück ins Tal.

Oben angekommen musste einer von uns leider die Segel streichen, Krämpfe in den Waden machten einer Weiterfahrt in der geplanten Form unmöglich, und so ging es auf der Straße zurück zum Ausgangspunkt.

Pause an der Glörtalsperre

 

An der Glör
An der Glör

Auf breiten Waldwegen schossen nun also zu fünft die Abfahrt hinunter zur dritten und letzten Talsperre des Tages, der Glör. Hier ist Sonntags eigentlich die Hölle los, und das Fahren auf dem Uferweg ein wahrer Slalom. Dank des grauen Himmels zeigten sich die Wege aber angenehm leer und der Weg zum Verpflegungspunkt frei.

Sportlernahrung
Sportlernahrung

Am Bikertreff an der Staumauer wurden die langsam zu Neige gehenden Energiespeicher ernährungsphysiologisch sinnvoll wieder aufgefüllt und das Kennenlernen noch weiter intensiviert. Gleichzeitig haben wir hier die einzigen paar Regentropfen des Tages mitgenommen, was angesichts der Vorhersage für den Tag kein Grund zum Meckern sein soll.

Nun konnten wir den letzten, und in meinen Augen auch schönsten Trail des Tages, hinab von der Staumauer angehen. Technisch nicht ganz anspruchslos, den Hang entlang-schlängelnd geht es hier ins Tal, inkl. kleinem Steinfeld, dicken Wurzeln und den bei der Witterung unvermeidbaren kreuzenden Flüsschen. Natürlich ist die Abfahrt nicht ohne, was der Teil unserer kleinen Gruppe, die nicht so häufig offroad unterwegs ist, deutlich spürte.

Up and away

Ich entschied mich im Anschluss die Route ein wenig zu ändern. Eigentlich sollte es durch den Wald hinauf, und nochmal durch ein kleines Tal in Richtung Breckerfeld gehen. Der Schlamm im Wald hatte uns allen aber bereits ordentlich die Körner aus den Beinen gezogen und obendrein wusste ich von der Probefahrt eine Woche zuvor, dass das vor uns liegende Stück ebenfalls recht schweres Geläuf verbunden mit ordentlich Steigung zu bieten hatte.

Die Alternativroute servierte zwar ebenfalls ordentlich Höhenmeter, diese aber auf Asphalt die dann auch schnell absolviert waren. Wir streiften dann kurz die Stadt Breckerfeld, auch wenn ich fürchte, dass der Besuch aus dem Ruhrgebiet es eher für ein Dorf gehalten hat 😉

Über Rad- und Waldwege ging es nun zurück zum Ausgangspunkt, den wir nach über 6 Stunden Stunden erschöpft und glücklich, und sogar noch mit Zeitpuffer zum Fußball, wieder erreichten!

 

Fazit

vlcsnap-5325-03-04-04h17m31s353Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht, und ich hatten den Eindruck, dass es allen die dabei waren auch so ging. Als wir uns verabschiedeten wurde schon geflachst, dass es nach der Sommer-rundfahrt ja nun auch eine Herbst- , Frühlings- und Winter-Rundfahrt geben müsse. Falls das Interesse noch besteht, sollte man sich evtl. mal einen Blocker im Kalender für den 09. Oktober setzen 😉

Wie erwähnt musste der ein oder andere leider passen, was mir speziell bei Thorsten sehr leid tat, da ich ihm die Wochen vorher schon zu Genüge mit meiner Routenplanung auf die Nerven gegangen war.

 

 

 

Nachtrag: Route

Die Route (in der Ursprungsversion) findet sich bei GPSies, die Aktivität bei Strava hier.

Nachtrag: Visuelles

Sorry für die schlechten Fotos, das sind überwiegend Standbilder aus dem Video dass sicher auch bald kommt. Also ganz bald. Bestimmt. Oder so.

Ein paar Bilder habe ich schon amateurhaft zusammengestückelt. Bitte sehr:

Nachtrag: Ballistik

Auf den ersten Kilometern waren mitunter Schuss-Geräusche zu hören. Ich verweise zur Erklärung auf folgendes Tondokument, etwa ab 0:30

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3 Bemerkungen

  1. Thorsten sagt

    Schade, wäre gerne dabei gewesen… Du bist mir aber vorher nicht auf die Nerven gegangen, keine Sorge 🙂

  2. Henry sagt

    WOW! Also mir gefällt dieser Blogbeitrag super gut, einfach nur beeindruckend dein lebendiger Schreibstil. Man hat auf jeden Fall gemerkt, dass du dir richtig Mühe gegeben hast und frei von Zwängen geschrieben hast.
    So geplante Fahrradtouren machen sehr viel Spaß in einer Gruppe, die sich versteht und sich sogar gegenseitig motivieren kann noch ein paar Kilometer mehr zu fahren… ich fahre mein Leben lang gerne Fahrrad und kann mir ein Leben ohne Fahrrad gar nicht mehr vorstellen!

    Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber Fahrradfahren macht den Kopf frei; man entdeckt bisher unbekannte Orte; powert sich aus und genießt den Rückenwind! Und nach einer erfolgreichen Tour heißt es: alkoholfreies Weizen (isotonisch) und die Beine hoch legen. Einfach nur traumhaft. Meine Familie und ich wollen dieses Jahr auch noch nach Mallorca und ich will auf jeden Fall mein Rad mitnehmen, denn Urlaub ohne Biken ist doch kein Urlaub, oder nicht? Wir werden in hier in einem Ferienhaus wohnen und uns die Landschaften Mallorcas anschauen. Strand und Sonne! Genau das brauche ich nach einer langen Zeit des stressigen Arbeitens.

    Ich muss auch gestehen, dass ich nach einer wilden Tour durch den Wald auch immer voll schlimm aussehen, denn auch ich habe keine Schutzbleche. Mein Fahrrad-Kumpane lacht mich dann immer aus! 😀

    Toller Artikel, viel Spaß beim Radeln, viele Grüße!

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