SKS Bikemarathon 2019

Mit dem SKS-Bike.Marathon in Sundern bin ich das erste Rennen meines Radfahrer-Lebens gefahren. Es ist inzwischen ein paar Monate her, trotzdem war es eines der Highlights in 2019 (das einige zu bieten hatte) darüber soll es hier nicht vergessen werden.

Ursprünglich war das Ganze als Gruppenaktivität geplant, je näher der Termin rückte, desto mehr Absagen kamen zusammen. Schlussendlich fuhr ich alleine nach Sundern. So wirklich schlimm fand ich es in dem Moment allerdings nicht mich komplett auf mich konzentrieren zu können, Nervös war ich nämlich ordentlich.

Vor dem Start traf ich noch einige der MTB-Rocker, so dass ich doch noch ein paar doofe Fragen loswerden konnte die man als Newbie so hat. Das Wetter war bis dahin noch besser als vorhergesagt, was in diesem Fall trocken und irgendwas um 6,7 Grad bedeutete.

Pünktlich zum Start begann es aber dann natürlich zu Regnen, dazu wurde es mit Temperaturen unter 5 Grad deutlich frischer. Wetter zum Durchbeißen.

Schön. Und schön kalt.

Ich wählte die Mitteldistanz mit 55km und knappen 1.500 hm, eigentlich nichts vor dem man Angst haben müsste, zumal meine einzige Anforderung „Ankommen“ war. Trotzdem fragte ich mich nach ungefähr 15 km das Erste mal warum ich mir den Quatsch eigentlich antue. 

Ich hätte einen entspannten Samstag auf der Couch verbringen können, stattdessen fuhr ich frierend und klitschnass mit gut 800 anderen Bekloppten durch die Sauerländer Fichtenmonokultur.

Nach 20 km kam die erste Verpflegungs-Station, die ich pfiffigerweise ausließ. Warum weiß ich bis heute nicht, es muss an Sauerstoffmangel im Gehirn gelegen haben. Was nun kam ist klar, ein paar Kilometer später bekam ich Hunger und Durst, da musste ich nun durch. Zum Glück lenkten mich meine Fuße ab, die inzwischen gefühlt zu Eisklumpen verkommen waren.

Ich versuchte in einen Rhytmus zu kommen, was mir aber nicht wirklich gelingen wollte. Entweder ich versuchte verzweifelt Fahrern zu folgen die deutlich schneller waren als ich oder ich hing hinter langsamen Grüppchen fest. Rückblickend waren das bestimmt die typischen Fehler eines Anfängers.

Endlich was zu Essen!

Irgendwann kam zum Glück eine weitere Verpflegungsstation, die ich völlig am Hungerast sägend dringend nötig hatte. Als Resultat bekam ich die letzten Kilometer des Rennens Bauschmerzen, da ich mich völlig überfressen hatte. Zumindest gewann ich ein wenig Zuversicht zurück.

Diese hielt genau bis Kilometer 50, denn dort wartete der „Bergsprint“. Der Name war purer Hohn für mich und die meisten anderen Teilnehmer um mich herum, bedeutete dieser wirklich fiese Anstieg doch eine Schiebepassage.

Der Berg-„Sprint“

Die letzten fünf Kilometer war mir dann alles egal, das Wissen des nahen Ziels setzte letzte Kräfte und Motivation frei, und ich konnte sogar noch einige Fahrer überholen. Zu diesem Zeitpunkt war ich eigentlich schon versöhnt mit der Veranstaltung – was sollte schon jetzt noch schief gehen?

Die Antwort gab es kurz vor dem Ziel. Ich fuhr hinter einem anderen Teilnehmer her, den ich die letzten paar Meter noch versucht hatte zu überholen. Es ging eine kurze Abfahrt hinab, bevor nach einer Kurve der Zielbereich wartete. Die Kurve war inzwischen mehr eine Matschrinne, die aber zumindest Halt bieten sollte. Der Kollege vor mir schien anderer Meinung zu sein, bekam Panik, und bremste direkt vor der Kurve abrupt ab. Mir blieben zwei Möglichkeiten, entweder voll in ihn hinein zu rauschen oder einen Bogen zu fahren und im Matsch-Wurzel-Mix mein Glück zu suchen. Bremsen war keine Option, das hätte direkt zu Variante 1 geführt.

Die Kurve links unten im Bild war der Übeltäter

Ich entschied mich für die äußere Bahn, die keine Bahn war, und es passierte was abzusehen war. Ich rutschte weg und küsste unsanft den überraschend harten Boden. Etwas Schlimmeres schien zum Glück nicht passiert zu sein, und so rappelte ich mich fluchend auf um die letzten 300m ins Ziel zurück zu legen.

Begeisterung

Nachdem ich im Ziel angekommen und mich gesammelt hatte wollte ich nur schnell irgendwo ins Warme. Da leider das Zelt völlig überfüllt war, wurde damit das Auto die nächste mögliche Quelle von Wärme. Also fix Startbeutel abholen und ab zum Parkplatz.

Der Mann am Ausgabe-Stand schaute dann allerdings nur an mir runter und meinte „Äh, du weißt aber schon dass dir Blut in die Schuhe läuft?“.

So wirklich folgenlos war der Sturz dann wohl doch nicht, aus meinem Knie kam ein lustiges Gemisch aus Schlamm und Blut und lief an meinem Bein hinab. Also nochmal zum roten Kreuz und die Schose verbinden lassen. Zum Glück gab es dort Heizstrahler und Decken. Vielen Dank nochmal für die wirklich nette Behandlung.


Schon auf der Rückfahrt war jedoch jeglicher Ärger vergessen und die Endorphine fluteten meinen geschundenen Körper. Als ob ich mich von ein wenig Regen und Kälte aufhalten lassen würde.

Ich weiß, der Bericht liest sich wenig einladend, aber was soll ich sagen – 2020 bin ich wieder dabei, aber an einer Verpflegungs-Station werde ich garantiert nicht mehr vorbei fahren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.