Sag doch einfach “Hello again”

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Die Gegend hier zwischen südlichem Ruhrgebiet und nördlichem Sauerland mag für einige tolle Dinge stehen, auch wenn mir spontan nichts davon einfallen mag. Was jedoch definitiv nicht dazu gehört, ist die Freundlichkeit der Menschen. Ich bin selbst zu sehr Misanthrop, als dass ich mir aufdrigliche Schnellfreundschafts-Amis wünsche, aber ein simples “Hallo” wäre mitunter ganz nett.

Da ich oft draußen unterwegs bin, kommt es, ohne dass man etwas dagegen tun könnte, häufiger mal vor, dass ich Menschen begegne. Gut erzogen, und naiv, wie ich nun mal bin, grüße ich die Person die ich treffe. Wenn man in unseren Breiten so etwas tut, sollte man vorbereitet sein, denn allzu häufig trifft man auf Zeitgenossen gegen die Grumpy Cat wahrer Pausenclown ist.

Eigentlich reagieren die Menschen immer auf eine von 2 Arten, und ich habe mir inzwischen schon einen Spaß darauf gemacht vorher zu raten, wie die Person am Horizont wohl reagieren wird.

Anstarren – Die von dir unverschämterweise gegrüßte Person starrt dich, natürlich schweigend, an. Der Gesichtsausdruck pendelt dabei meist zwischen Irritation, Desinteresse und Hass. Gerne bleibt man auch stehen, um dem Gesichtsausdruck mehr Bühne zu geben.

Ignorieren – Der Gipfel der erreichbaren Höflichkeit, der Gruß wird ignoriert aber es wird zumindest auf die Zurschaustellung von Antipathie verzichtet. Ein edler Zug.

Man kann die oben genannten Reaktionen sogar beliebig verstärken, indem man besonders freundlich und nett grüßt. Grade Typus 1 ist sehr anfällig dafür. Falls doch mal jemand zurück grüßt, muss die Person entweder zugereist oder grade in einem instabilen geistigen Zustand sein.

 

P.S.: Bei allen die sich nach dem Lesen der Überschrift mit einem fiesen Ohrwurm herumschlagen müssen, möchte ich mich entschuldigen, aber ich kann hier schließlich nicht ganz allein leiden.

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5 Bemerkungen

  1. Beany sagt

    Du schreibst mir wieder aus der Seele. Ich wollte auch schon einen kleinen Artikel darüber schreiben. Ein kurzer Gruß ist wohl nicht zu viel verlangt, denn immerhin teilt man sich ja das Hobby und meistens auch den Weg. Grade beim täglichen Pendeln hab ich ein paar Kandidaten, die es nicht auf die Reihe bekommen. Ich mache mir dann immer einen Spaß daraus, deren Gesicht zu imitieren, wenn ich vorbei bin. Aber nicht weitersagen 😉

  2. MrKrid sagt

    Interessanter aber (leider) wahrer Bericht, das trifft es auf den Punkt.
    Allerdings kann ich vermelden, dass gerade in letzter Zeit in den dunklen Wäldern nahe dem Dorf “B” immer mehr freundliche Mitmenschen unterwegs waren….

  3. Bob sagt

    Ich stimme dir voll und ganz zu, muss allerdings gestehen, dass ich ich mich in der Rolle des Gegrüßten zuweilen ebenso überfordert und überrumpelt fühle. Es sei anzumerken, dass das beschriebene Phänomen häufig in Arztpraxen und deren Wartezimmern un Erscheinung tritt.
    Mitte Juli fahren wir nach Ostfriesland. Wird einmal mehr ein ziemlicher (Gruß-) Kulturschock werden.

  4. Thomas sagt

    Yeah, kenne ich vom Laufen und Rad fahren.
    Beim Laufen sind es die Gelegenheitsläufer, die nie grüssen und beim biken auf der Strasse die Rennradfahrer.
    Je weiter raus im Wald ich bin, desto besser wird es. Hier grüsst eigentlich immer jeder jeden…

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