Ich will zurück in den Wald

Auflug zum Westfalenstadion

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Im Normalfall ist beim Biken ja der Weg das Ziel, manchmal kann es aber auch cool sein ein besonders Ziel anzusteuern und per Rad zu erreichen.

Als Fußballfan stand für mich schon langer der Signal-Iduna-Park das Westfalenstadion auf der ToDo-Liste, irgendwann im letzten Jahr hatte ich mir von Komoot schon eine Route dafür basteln lassen. Irgendwie war der Wald aber dann doch immer verlockender gewesen, und so hatte der Plan inzwischen schon ein wenig Staub angesetzt.

Meine Tour am letzten Sonntag hatte im Vorhinein schon zwei Einschränkungen, die im Endeffekt den Ausschlag gaben nun doch einmal die Tour in Angriff zu nehmen. Zum Einen musste ich Mittags bereits zurück sein, und zum Anderen war Regen angesagt. So ein Sonntag-Morgen ist die ideale Zeit um eine Stadt zu queren, und bei Regen sind mir viele Trails im Wald eh zu rutschig.

Early Bird

Der Wecker klingelte um halb 7, und eine Dreiviertelstunde später war ich unterwegs. Wie geplant konnte ich das Hagener Stadtgebiet quer durch die Innenstadt durchfahren. Leere Straßen und deaktivierte Ampeln machten das zu einer sehr flüssigen Angelegenheit.

An der Hagener Stadtgrenze erreichte ich die Ruhr, bzw. den Hengsteysee, wo dank der Uhrzeit auch erfreulich wenig los war. Normalerweise kann man sich hier sonntags kaum bewegen angesichts der Massen an Joggern, Radlern, Familienspaziergängen und Co. Meiner Meinung hat man als halbwegs ambitionierter Radfahrer hier auch nichts zu suchen in diesen Zeiten. 

Nach Syburg hoch fuhr ich die Serpentinen, also auf der Straße, die ich quasi für mich allein hatte. Durch Wohngebiete, eher ländlich wirkende Gegend und quer durch eine Golfanlage erreichte ich die bekannte B54, auf deren parallelem Radweg ich die letzten Kilometer zum Stadion absolvierte.

Am Ziel

Ich stoppte für ein paar Erinnerungsfotos und eine kleine Ess- und Trinkpause. Der kalte Wind motivierte mich allerdings, meinen Aufenthalt nicht länger als nötig zu gestalten.

Zurück in Richtung Ruhr ging es auf ähnlich langweiligen Wegen. Durch Siedlungen und Waldstücke mit autobahnbreiten Wegen.

Ich wusste nun wieder warum ich mich zu der Tour nie aufraffen konnte. Das Radfahren im urbanen Raum nervt mich total, auch ohne Autos. Ständig muss man Scherben, Hundekot oder Müll ausweichen – wenn man nicht grade eine Straße kreuzt und sich darauf konzentrieren muss.

Ich war froh irgendwann wieder in Syburg anzukommen, denn ich hatte für die Rückfahrt noch die Trails hinunter zum See im Hinterkopf. Zunächst war aber Aussicht angesagt, stoppen und staunen ist Pflicht, immer wieder beeindruckend. Von dort oben ist bei klarem Wetter am Horizont auch die Stelle zu sehen an der ich wohne, so dass man den weiteren Tourverlauf schön mit den Augen abfahren kann.

Dann ging es aber in die Abfahrt.  Ich war speziell darauf gespannt wie sich das neue Rad in den Spitzkehren und Stufen so machte.

Limitierender Faktor wurde aber wie so oft mein fehlendes fahrerisches Können, so dass ich irgendwann den Vorsatz bis unten in den Pedalen zu bleiben aufgeben musste. Ich fuhr eine Kehre, in welcher sich zudem noch Stufen befanden, falsch an und hätte einen schönen Abflug gemacht, wenn ich nicht den Fuß auf dem Boden gebracht hätte. Trotzdem war ich unten sehr zufrieden, die Fahreigenschaften des Bikes wussten sehr zu gefallen.

Ich hätte eigentlich noch ein paar mal hoch und dann die Kehren wieder hinter fahren müssen, um ein wenig Übung zu bekommen. Zum Glück hatte ich das knappe Zeitfenster als Ausrede parat 😉

Pflichtaufgabe

Es ging nun zurück quer durch Hagen, diesmal mit schon deutlich mehr, aber immer noch wenig Verkehr. Die ersten Karnevals-Freunde waren in den Straßen zu sehen, die meisten anderen wahrscheinlich noch beim Sonntagsfrühstück.

Kurz vor zu Haus kam nochmal eine letzte große Steigung, die platziert am Ende der Tour meinen Beinen nicht wirklich gefiel. Der große Vorteil war aber, dass an deren Ende der Eingang zum letzten Abschnitt im Wald lag, wo ich mich direkt wieder zu Haus fühlte. Ich bin ein Waldkind, die Ruhe und Abgeschiedenheit gibt mir Energie, auch wenn meine Beine keine mehr haben.

Fazit

Als ich zu Haus ankam war ich seltsam unbefriedigt. Im Normalfall komme ich nach längeren Ausfahrten müde und glücklich zurück, an jedem Sonntag war irgendwie nur das erste Gefühl vorhanden. Es gab 60km und 1000 hm für die Statistik und die schöne Abfahrt an der Hohensyburg, da aber der Regen ausblieb, überwog das Gefühl dass diese Zeit deutlich besser hätte genutzt werden können.

 

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3 Bemerkungen

    1. Micha sagt

      Na das weiß ich nicht, vom Stadion zur Ruhr hattest du auf jeden Fall mehr grün. Du hast dir nur die Abfahrt entgehen lassen 😉

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