Farewell my love – Ein Nachruf

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Unser Verhältnis war etwas Besonderes. Ich habe dich schließlich nicht aus irgendeinem Bikeshop entführt oder im Netz zusammengeklickt. Jedes Teil an dir habe ich angebaut, jeden Zug verlegt und jede Schraube angezogen. Unser Verhältnis begann mit Stolz; Darauf es geschafft zu haben ein Rad selbst aufzubauen und darauf ein Fully zu besitzen, dazu zu gehören zu jenen die vorher, als man auf dem Einsteiger-Hardtail unterwegs war, nicht gegrüßt haben.

Sicherlich, wir mussten uns aneinander gewöhnen, eigentlich warst du mir ein wenig zu klein, insgesamt zu zierlich, aber das alles sind Oberflächlichkeiten, die am Ende nicht wichtig sind. Ich habe dir auch manchmal weh getan, Schaltwerke abgerissen, Reifen reißen lassen und Bremsen verschlissen, aber das war nie persönlich gemeint.

Dass unsere letzte Fahrt ein Nightride im Nieselregen im November sein sollte, bei der dein Hinterreifen durchgängig Luft verliert, könnte aus einem schlechten Drehbuch stammen, ist aber leider Realität. Du hättest einen besseren Abgang verdient.

Am Ende wärst du vielleicht zu retten gewesen, eine Notoperation in letzter Sekunde hätte dich vielleicht noch einmal auf die Füße gebracht, aber auch alles noch viel schlimmer machen können.
Ich wollte dich in guter Erinnerung halten, und so endet unsere gemeinsame Zeit nun viel zu früh, aber nicht ohne Dankbarkeit.

Farewell my love.
Es war schön mit dir.

 

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