Der Fluch von Schloss Hohenlimburg

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Wer Schloß Hohenlimburg besucht kann dort die schwarze Hand besichtigen. Der Sage nach handelt es sich um die Hand eines Kindes, die abgetrennt wurde, nachdem das Kind seine Mutter schlug. Der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte mag angezweifelt werden, aber in diesem Post geht es um einen anderen Fluch den das Schloss umweht.

Der Anfang

Es begann im Herbst 2014. Ich war zu dieser Zeit am Wochenende häufiger mit Thomas auf Tour, so auch an diesem 16. November. Aus Gründen der Familienfreundlichkeit trafen wir uns immer schon zeitig, so dass ich noch bei Dunkelheit um kurz vor 7 zu Haus aufbrach. Das Wetter war November-typisch kühl aber ok.

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Hohenlimburger Regenwald im November 2014

Thomas hatte eine Tour über die Höhen des Hagener Südens geplant, die uns auch nach Hohenlimburg mitsamt zugehörigen Schloss führen sollte. Aufgrund des Wetters hielten wir uns dort allerdings nicht lang auf um in Bewegung zu bleiben und nicht auszukühlen.

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Im Laufe der Tour wurde das Wetter immer ungemütlicher, der Wind trieb den kalten Regen durch jede Ritze die er finden konnte. Bis heute ist diese Tour bei mir abgespeichert als jene mit dem schlechtesten Wetter. Die Tatsache dass ich bei 3° mit kurzer Hose fuhr hat da allerdings auch etwas zu beigetragen.

Auf dem Rückweg vom Schloss kam dann noch etwas dazu, was man besonders an solch einem Tag nicht gebrauchen kann – ein Platten. Während mir also das Wasser durch den Kragen der Regenjacke den Rücken hinunter lief, wechselte ich meinen ersten Reifen “im Felde”, ein ganz besonderer Spaß.

Der zweite Versuch

Das nächste Mal das ich wieder in Richtung Hohenlimburg aufbrechen sollte war im Mai des kommenden Jahres. Es war, der Jahreszeit sei Dank, deutlich wärmer als beim letzten Mal und bei der Abfahrt begleitete mich strahlender Sonnenschein. Keine halbe Stunde später sollte sich das allerdings ändern, das Wetter schlug um und starker Wind wehte Regen waagerecht durch die Landschaft.

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Noch bevor ich überhaupt ich Sichtweite von Hohenlimburg kam, bemerkte ich ein komische Fahrgefühl im Hinterbau. Ich hielt um nachzusehen und bemerkte einen Platten. Schon wieder.

In Erinnerung an die Tour aus dem vergangenen Herbst fiel mein Fluchen deutlicher aus als sonst, war aber noch nichts gegen das, was meinem Mund entglitt als ich feststellte dass ich den falschen Ersatz-Schlauch (Autoventil) eingepackt hatte. Ich musste den Gipfel der Schande betreten und meine Frau anrufen um mich abzuholen.

Die halbe Stunde die ich frierend im Regen wartend verbrachte ist mir heute noch gut in Erinnerung.

Aller guten Dinge sind drei

Es sollte bis zum Hochsommer dauern, dass ich mich wieder nach Hohenlimburg wagte. Ende Juli 2015 startete ich eine ausgedehnte Abendtour. Überraschenderweise hielt mich dieses mal kein Platten auf, alles lief gut und sogar das Wetter spielte mit. Die Tatsache dass ich am Schloss selbst vorbei fuhr weil ich falsch abbog ist meinem unterirdischen Orientierungssinn geschuldet und nicht ungewöhnlich. Durch diesen Schlenker sollte die Tour allerdings deutlich länger werden als geplant.

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Als es irgendwann auf der Rückfahrt dämmerte und ich anhielt um die Helmlampe aus dem Rucksack zu holen war es dann aber doch wieder passiert, der Fluch hatte mich erwischt, denn es war keine da.
Klar selbst Schuld wer seine Ausrüstung nicht kontrolliert, aber so langsam begann ich trotzdem an Zusammenhänge zu glauben während ich irgendwie im (Halb-)Dunkel nach Hause gelangte.

One last try

hallo-volmetal-%0ahagen-dahl-aussicht-landschaft-landscape-mtb-bike-strava-igersmtb-sauerland-outsideisfree-april-23-2016-at-1148amIch hatte erstmal einige Zeit genug von den Limburger Wäldern und ließ mich dort erst in 2016 wieder blicken.

Ende April, bei schönem Frühlingswetter startete ich einen weiteren Anlauf das Hohenlimburger Schloss einmal im Trockenen zu Erreichen.
Auf dem Hinweg präsentierte sich das grade passierte Volmetal von seiner schönsten Seite, auch wenn bereits die ersten Wolken am Himmel erschienen.

Ich erreichte das Schloss noch bei bestem Wetter, machte dort kurz Pause und starte dann wieder nach Haus.

 

 

Auf diesem Rückweg entstand das folgende Foto, das Beleg genug sein sollte für das abermalige Eintreten des Hohenlimbug-Fluchs. Keine 5 Minuten nachdem ich am Schloss gewesen war begann peitschender Regen der mich innerhalb von Sekunden bis auf die Unterwäsche durchnässte.

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Lange Rede – Kurzer Sinn

Eigentlich sollte dieser Post “Warum die Winterrundfahrt nicht nach Hohenlimburg führen wird” heißen, aber der neue Titel erschien mir Clickbait-kompatibler.

Ich hatte ich einem Anflug leichtgläubiger Naivität ersonnen das Schloss Hohenlimburg als Ziel anzusteuern, und war letzte Nacht bei den zu erwartenden Katastrophen schweißgebadet aufgeschreckt (fast). Es ist ja nicht so dass ich abergläubisch wäre, aber dem Regen und dem Pannenteufel noch eine schöne Bühne zu bieten – nicht mit mir.

Zum Schloss fahre ich nur noch mit dem Auto!

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