8 Tipps für die Tourenplanung mit GPSies, Komoot und Strava

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Wenn ich Touren plane verwende ich eigentlich immer eins von 3 Portalen, weil jedes seine besonderen Stärken hat. Ich habe zu GPSies, Komoot und dem Routenersteller von Strava mal ein paar Tipps&Tricks aufgeschrieben, vielleicht findet noch jemand eine gute Idee für die nächste Tour.

 

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GPSies ist die eierlegende Wollmilchsau unter den Tools. Es können diverse Datenformate im- oder exportiert werden und das Portal hat etliche Helferlein und Funktionen.

[GPSies] Wander- und Radwege

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GPSies Karte mit eingeblendeten Wanderwegen

Ein Punkt den ich gerne nutze ist das Einblenden von Wanderwegen (waymarked trails). Natürlich sind Wanderwege häufig nicht die Sahnetrails, aber dafür ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass der Weg auf der Karte auch tatsächlich existiert und nicht ein inzwischen zugewachsener Pfad zu Holzabfuhr war.

Es gibt neben den “waymarked trails” auch noch die “waymarked cycles”, damit sind die ausgewiesenen Radewege gemeint, die benutzte ich aber recht selten.

[GPSies] Kartentypen

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Sigma Topo mit MTB Trails

Bei GPSies kann man verschiedene Kartentypen wählen. Mein absoluter Favorit ist SigmaTopo, er bietet viele MTB-Trails inkl. Angabe der Singletrail-Skala und Höhenlinien, was nicht ganz unwichtig bei der Planung ist. Die ausgewiesenen Trails sind natürlich nicht immer 100%ig akkurat, aber oft ein guter Hinweis auf einen netten Ritt.

[GPSies] Tracks als Vorlage

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GPSies: Neue Route auf Vorlage

Eine Funktion die ich ebenfalls schon oft benutzt habe, ist das Erstellen von Tracks Anhand einer Vorlage. Bei einem bestehenden Track erzeugt der Klick auf den Button “Erstellen als Vorlage” einen Editor in welchem der Ursprungstrack eingezeichnet ist. Entscheidend ist, dass es sich nur um farbliche Markierung handelt, an der man seinen neuen Track ausrichten kann, oder eben auch nicht.

Ich habe die Funktion schon oft benutzt wenn ich fremde Tracks angepasst habe, um zum Beispiel meine eigene Anfahrt zu Planen bzw. die ursprüngliche zu entfernen. Auch wenn der ursprüngliche Startpunkt (z.B. bei einem Rundkurs) falsch liegt hilft oft nur das Nachzeichnen.

 

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Komoot ist ideal wenn man sich schlecht auskennt. Eine Route anhand von Ankerpunkten mit Komoot liefert meist ein wirklich gutes Ergebnis, auch wenn vielleicht nicht jeder Geheimtipp enthalten ist.

[Komoot] Optimierung importierter Tracks

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Track-Optimierung von Komoot, Gute Variante

Komoot kann auch schon vorhandene Tracks importieren und diese automatisch je nach gewähltem Typ (Wanderung, Fahrrad, MTB,..) “überarbeiten”. Die Funktion ist wirklich schön, sollte aber immer mit Vorsicht verwendet werden.

In der Karte oben sieht man ein positives Beispiel, der Originaltrack (rot) führte über eine Landstraße. Nach Optimierung wurde die Strecke auf die parallel verlaufenden Waldwege verlagert, mit dem MTB sicherlich die bessere Wahl.

Im Bild unten ist ein Negativbeispiel. Der ursprüngliche Track ist völlig verwurstet worden, an einer Stelle (da wo die 5 ist) muss sogar gedreht werden. In diesem Fall ist der neu hinzugekommene Streckenabschnitt auch wirklich fahrenswert, der Neubau der Strecke aber arg verunglückt. Hier muss auf jeden Fall nachgebessert werden, was natürlich in unbekannten Ecken nicht einfach ist.

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Track-Optimierung von Komoot, Schlechte Variante

[Komoot] Navigation

Komoot ist für mich das Tool wenn es darum geht mich zu einem Punkt X, im Idealfall noch mit einem Schlenker über Punkt Y und Z zu bringen. Für längere Touren erhält man mit Komoot eine solide Grundlage zur Planung. Mit Hilfe der “Highlights”, also der von Usern erstellten POIs, hat man seine Route schnell aufgepeppt und eine nette Tour zusammen, im Zweifel auch ganz ohne Ortskenntnis.

Diese Highlights werden in den letzten Jahren immer mehr und besser.

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Komoot-Route mit Highlight in der Nähe

[Komoot] GPS Download

komoot-gpx-downloadDie Download-Funktion ist bei Komoot ein wenig versteckt, man soll schließlich die App (oder ein kompatibles Gerät) nutzen, aber sie ist vorhanden.

Hat mein eine Tour geplant, muss man die Ansehen, und dann ganz runter scrollen. Dort findet sich ein Button um an die GPX-Datei zu kommen.

 

 

 

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Gefühlt ist die Routenplanung in Strava immer noch ein wenig versteckt, offiziell ist das Tool auch immer noch eine beta, was man mitunter auch zu spüren bekommt. Trotzdem liefert es einige nette Features die nicht unerwähnt bleiben sollen, die GUI ist zudem wirklich gut und intuitiv.

[Strava] Segmente

Segmente sind ja generell das Alleinstellungsmerkmal von Strava, und damit kann auch bei der Routenplanung gepunktet werden. Das Einbauen von Segmenten macht nicht nur Sinn wenn man sportlich ambitionierter KOM-Jäger ist, sondern auch wenn man in unbekannter Gegend die schönen Trails ungern verpassen möchte.

Da hätte man doch fast Segment J verpasst..
Da hätte man doch fast Segment J verpasst..

Natürlich ist das Veröffentlichen von Trails bei Strava etwas das heftig diskutiert wird, da es aber nun mal geschieht, kann man davon auch profitieren.

 

[Strava] Heatmap

Auch wenn die Trails noch nicht “segmentiert” sind hinterlassen die Strava-User Spuren in den Datenbanken, und auch die kann man sich zu nutze machen, die sogenannte Heatmap. Es handelt sich dabei um ein Overlay der Aktivitäten, so dass (häufig) verwendete Wege zu erkennen sind.

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Der Weg ins Bachtal scheint beliebt zu sein, sicher nicht ohne Grund

Nachteil ist natürlich die fehlende Trennung von RR und MTB, so dass auch viele Landstraßen viel befahren werden, wie auf dem Ausschnitt oben zu erkennen. Die Landstraßen sind rot, was starker Nutzung entspricht. Man erkennt auch schnell, dass es auf den Wegen im Wald stark frequentierte, und fast ungenutzte Wege gibt.

[Strava] Import von Tracks

Leider hat der Routenersteller einen großen Nachteil, der auch nicht unerwähnt bleiben sollte. Man kann dort nicht importieren, also keine Daten hochladen. Das geht nur über den Umweg ein File als Strava-Aktivität hochzuladen und dann zu einer Route umzuwandeln, was aber auch häufig nicht vernünftig funktioniert.

Ich benutzte Strava daher häufig eher als Nebeninformation zu den anderen Tools, z.B. in einem zweiten Browserfenster um dann manuell Segmente und Heatmap abzugleichen.

 

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2 Bemerkungen

  1. Marc sagt

    Hi, eine schöne Übersicht. Ich nutze auch überwiegend GPSIES und werde die Werkzeuge, die ich bisher noch nicht kannte, demnächst ausprobieren.

    1. Micha sagt

      Schön wenn du was Interessantes gefunden hast, freut mich. VG

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