3. Advent | Von Mühlen, Eierhändlern und schlammigen Trails

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In den letzten Wochen lud das Wetter leider nicht mehr sonderlich dazu ein, per Rad die Umgebung zu erkunden. Dunkelheit und sich abwechselnde Kränkeleien taten ein Übriges, und so sollte heute schon die dritte Kerze brennen, als das Rad endlich wieder vor die Tür durfte. Der Wetterbericht hatte zwar bessere äußere Bedingungen versprochen, aber der leichte Nieselregen  konnte nicht als Hindernis herhalten.

Start und Endpunkt der heutigen Tour bildet wie so oft Zurstraße (oder auch Waldbauer) am Nordrand von Breckerfeld. Von hier aus geht es auf nicht ganz direktem Weg in Richtung Hasper Talsperre, am Südufer entlang und dann größtenteils über die alte Kleinbahn-Strecke in Richtung Breckerfeld, wobei im Ortsteil Delle ein Abstecher zur Finkenberger Mühle eingebaut wird, um dann über Brenscheid in Delle wieder auf die Bahntrasse zu gelangen. In Breckerfeld wird sich nicht lange aufgehalten, sondern der Anstieg zum Krägeloher Forst angegangen, durch den man sich dann wieder zum Startpunkt leiten lässt.

Insgesamt ergibt sich eine ungefähre Streckenlänge von 25 Kilometern bei wenigen Höhenmetern, also eine entspannte Nachmittagsrunde.

Abschnitt 1 | Zurstraße -> Hasper Talsperre

Hasperbach-Trail 1
Hasperbach-Trail 1

Zu Beginn muss kurz auf der (Haupt-)Straße gefahren werden, man verlässt auf dieser den Ort in Richtung Süden, biegt aber direkt in der ersten Senke in eine kleine Straße ein. Nach ein paar hundert Metern liegt linker Hand ein Wanderweg (A8), während die Straße rechts abknickt. Wir lassen sie abknicken, denn hier beginnt ein wunderschöner Trail.

Der urige Pfad führt zunächst zu einer kleinen Furt im Hasper Bach , wo ein Wegweiser entweder in Richtung Breckerfeld, zur Hasper Talsperre oder nach Zurstraße (wo wir herkommen) weist. Die Hansestadt selbst steht erst später auf dem Plan, also geht es rechtsherum in Richtung Talsperre weiter.

An der Staumauer
An der Staumauer

Der Weg schlängelt sich hier immer am Bach entlang und ist bei diesen Witterungsbedingungen mitunter arg matschig, man sollte also ­— wenn man nicht stecken bleiben möchte — zumindest einigermaßen flott unterwegs sein. Trotzdem kann hier immer mal ein etwas größerer Ast oder gar Baum quer auf dem Weg liegen. Die Balance aus zügigem und vorsichtigem Fahren ist also entscheidend.

Dass man sich auf diesem Teil der Strecke seine Fango-Packung abholt, muss ich sicherlich nicht erwähnen. Ist die Talsperre erreicht, biegen wir links ab und folgen dem Südufer bis zu Staumauer auf dem nun deutlich breiteren Talsperrenweg. Nach der Staumauer geht es den Berg herab zu Gaststätte Plessen, wo sich auch ein großer Parkplatz befindet.

Abschnitt 2 | Hasper Talsperre -> Breckerfeld-Delle

Oberhalb der Hasper Talsperre
Oberhalb der Hasper Talsperre

Kurz nach der Gaststätte führt ein Radweg links den Wald hinauf. Es handelt sich um die Trasse der alten Kleinbahn Haspe-Ennepetal-Breckerfeld die zum Rad- und Wanderweg umfunktioniert wurde. Da die ehemals dort verkehrende Kleinbahn nicht in der Lage war, große Steigungen zu meistern, führt der Weg mit immer sehr moderatem Anstieg aus dem Tal hinauf in Richtung Ennepetal-Voerde. Dort angekommen macht der Weg eine 180-Grad-Schleife und führt weiter in Richtung Oberbauer den Berg hinauf.

Zwischen Oberbauer und Delle
Zwischen Oberbauer und Delle

Ohne große Anstrengung hat man so die auf dem Weg zur Talsperre verbrannten Höhenmeter wieder aufgeholt, zudem bekommt man bei fehlendem Laub den ein oder anderen schönen Ausblick ins Tal serviert. Am höchsten Punkt der Strecke überqueren wir die Hauptstraße und folgen weiter der Bahntrasse, die uns nun oberhalb des Bilsteiner Bergs hinter Ennepetal-Oberbauer entlang leitet. Bei offenem Wetter hat man hier teilweise tolle Aussichten in bzw. über das Tal der Ennepe. Nachdem der Ort passiert ist führt ein neu errichteter Radweg weiter in Richtung Breckerfeld, bzw. den Ortsteil Delle. Leider ist der Weg in Google Maps noch nicht enthalten, weshalb der Weg auf dem Track auf der Hauptstraße lang führt.

Abschnitt 3 | Delle -> Finkenberger Mühle -> Brenscheid

Wir verlassen nun die Bahntrasse um ein wenig Sightseeing in die Route einzubauen. Dazu biegen wir direkt bei Erreichen der Ortschaft Delle rechts ab, und fahren eine schmale Straße hinab ins Tal.

Finkenberger Bachtal
Finkenberger Bachtal

Wenn die Talsohle, und damit der Finkenberger Bach, erreicht ist, geht es nach rechts zur Finkenberger Mühle. Die Straße dorthin zeigt recht eindrucksvoll, welche Kraft wachsende Baumwurzeln haben, serviert sie doch der Federgabel ein paar ordentliche Staucher.

Finkenberger Mühle
Finkenberger Mühle

Die Mühle selbst liegt am Ende dieser kleinen Straße, die sich um den Mühlenweiher herum schlängelt und dann, in einen Waldweg übergehend, wieder zurück und bergauf führt.

Die Finkenberger Mühle war die letzte Mühle in der Umgebung, die mit Wasserkraft betrieben wurde. Im Zuge des großen Mühlensterbens wurde sie 1964 stillgelegt, ist aber weitgehend funktionsfähig erhalten geblieben. Nach Anmeldung kann sie auch besichtigt werden.

Ich hatte allerdings keine Zeit für Besichtigungen, sondern folgte dem Weg weiter in Richtung der Ortschaft Brenscheid, bekannt durch den dort ansässigen Eier-Produzenten, die wir nach ein wenig Steigung erreichen. Von hier hat man wiederum tollen Fernblick in fast alle Himmelsrichtungen.

Abschnitt 4 |  Brenscheid -> Breckerfeld -> Krägeloher Forst

Brauck
Brauck

Von Brenscheid aus geht es wieder zurück in Richtung Delle, diesmal allerdings auf direktem Weg. Dort angekommen können wir wieder zurück auf die Bahntrasse gelangen, die uns nun sanft abfallend und gesäumt von Bäumen hinab nach Breckerfeld führt.

In Höhe der Ortschaft Brauck erreichen wir den Nordrand der Stadt. An dieser Stelle lässt sich sowohl in die eine (Altstadt) als auch andere Richtung (Mühlenhof) ein kleiner Schlenker in die Tour einbauen. Wenn geöffnet, bietet sich der Mühlenhof auch für eine kleine, deftige Stärkung vor dem finalen Abschnitt und der folgenden Steigung an. Ich wollte mich jedoch nicht lang in Breckerfeld aufhalten, sondern streifte den Ort nur auf dem Weg zurück zum Startpunkt.

Wir folgen der Schützenstraße, welche auch zur Windmühle führt, wieder aus dem Ort hinaus. Jetzt gilt es die bei der Abfahrt aus Delle verbrauchten Höhenmeter wieder herein zu holen, wofür es allerdings wiederum eine schöne Belohnung in Form von tollen Ausblicken auf die Stadt Breckerfeld und bei klarem Wetter sogar bis nach Lüdenscheid gibt.

 Abschnitt 5 | Krägeloher Forst -> Zurstraße

Im Krägeloher Forst
Im Krägeloher Forst

Mit etwas schweren Beinen führt der Weg nun in den Krägeloher Forst über Waldwege zurück in Richtung des Startorts.

Hier geht es munter bergauf und -ab, so dass noch einmal ein wenig Adrenalin getankt werden kann, sowie die letzten eventuell noch vorhandenen „Körner“ verbrannt werden dürfen. Bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen gibt es hier zum Abschluss dann noch eine hübsche Schlammversieglung für die letzten bisher verschont gebliebene Körperstellen. Nach verlassen des Waldes gilt es noch ein paar hundert Meter auf schmalen Straßen bis Zurstraße zu absolvieren, um die Runde schließlich zu komplettieren.

Der ein oder andere Adventskeks sollte nun verdient sein!

FIN

 

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